Abwrackprämie für Rechner?

3 Juli, 2009 - 07:50

Der durchschnittliche PC Benutzer nutzt nur einen sehr geringen Teil seiner vom Rechner zur Verfügung gestellten Ressourcen.  Die meisten Anwender surfen etwas im Netz, schreiben ein paar Dokumenten und archivieren oder bearbeiten Bilder. Immer häufiger finden sich Angebote im Netz, die komplette Dienste Online zur Verfügung stellen. Das reicht von der Office Anwendnung a la Google Docs bis hin zum kompletten online Ablegen bzw. Synchronisieren von Dateien z.B. durch Dropbox.

Es stellt sich immer häufiger die Frage ist der PERSONAL Computer ein Auslaufmodell?
Die Geschichte bietet dafür zahlreiche ähnliche Beispiele:

  • Im 19. Jahrhundert wandte man sich von dem Anlegen eigener Brunnen in Hinterhöfen ab, da die Infrastruktur der Wassersysteme immer besser wurde.
  • Ende des 19. Jahrhunderts verbannte man Generatoren aus Fabrikhallen, da mittlerweile durch die Erfindung von Oskar von Miller Strom über längere Strecken transportierbar wurde.

Wird der Rechner immer mehr zu einem reinen Luxusgut wie z.B. die eigene Wasserzysterne im Garten?
Momentan sicherlich noch nicht! Dafür sind die Angebote im Netz noch nicht umfangreich genug und die Geschwindigkeit vieler Internetanbindungen noch zu gering.
Die andere Frage, die man sich stellen muss, lautet: Hat die Menschheit es hier mit einer revolutionären Neuerfindung zu tun? Eher nicht, denn das Konzept des Zentralisierens und Bereitstellen eines gewissen Angebotes ist in der Informatik schon fast 60 Jahre alt? Kaum zu glauben! Das Konzept des Time-Sharing, wie es ursprünglich genannt wird, geht auf Bob Bemer zurück (How to Consider a Computer) und entstammt ca dem Jahr 1957. Das Problem der damaligen Zeit war viel weniger die Auslastung eines Rechners als dessen Größe, Stromverbrauch und vor allem Anschaffungskosten. Das Time-Sharing verfolgt daher das Konzept mehrere Benutzer gleichzeitig an einem Computer arbeiten zu lassen. Basierend auf dem Time-Sharing Konzept wurden Anfang der 60er erste kommerzielle Betriebssysteme entwickelt. Diese Systeme bilden die Vorläufer für die Entwicklung von UNIX Systemen.

Also dann alles doch nur Schnee von gestern?

Keineswegs sind die Konzepte des Time-Sharing veraltet, es hat sich allerdings der Anwendungsfall und die Motivation, die dahinter steckt stark verändert. Gerade in der heutigen Zeit, in der Unternehmen nach Wegen suchen fachliche Themen schnell und kostengünstig in IT zu transformieren könnten Software und Hardware als Mietlösungen eine entscheidende Rolle spielen.

Gerade in mittelständigen Unternehmen ist das Budget für IT nur begrenzt vorhanden, weshalb teure und große Software und Server-Lösungen, die selbst betrieben werden, oft nicht möglich sind. Das Mieten von Software und Hardware scheint da wesentlich attraktiver. Das Unternehmen kann die Software zu einem oft erschwinglichen Preis schnell einsetzen ohne dabei auf Personal zur Wartung der Server oder Hardware angewiesen zu sein.

Aber das Verlagern der lokalen Anwendungen und Dienste hinein in eine Wolke birgt auch Risiken, die es genau abzuwägen gilt. Aber dazu ein anderes Mal mehr.